Personal Branding Logo

„Ein Logo ist dann gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann.“ 

Dieses Zitat von Kurt Weidemann, einem prägenden Gestalter und Typografen des 20. Jahrhunderts, bringt auf den Punkt, was auch für die Gestaltung des Logos im Personal Branding ein Optimalzustand wäre. Wir sind davon überzeugt, dass Weidemann hier einen wichtigen Trend anspricht und sich deutlich davon distanziert: Immer detaillierter. Immer aufwendiger. Immer komplizierter.

Auszug aus "Das große Personal Branding Handbuch"

Schauen wir uns die Logoentwicklung im Personal Branding an, können wir dem Zitat von Kurt Weidemann sehr gut folgen, denn: Personen bringen meistens einen einzigartigen Namen mit. In diesen Fällen sind Trainer, Berater und Coaches mit ihrem Namen im Markt unterwegs. Wir empfehlen, mit dem eigenen Namen zur Marke zu werden. Mehr zu diesem Thema findet sich im Kapitel »Der Mensch als Marke in Marketing und strategischer Kommunikation« (Personal Branding Handbuch). Seinen Namen – auch wenn es ein Künstlername ist – oder die Initialen seines Namens kann man relativ leicht mit dem dicken Zeh in den Sand kratzen. Für mich als Designer ein Jackpot. Denn ich gebe mich nicht den Trends und dem Trugschluss hin, bei einem Projekt das neue Apple-Logo entwickeln zu müssen. Was bei Apple mit dem abgebissenen Apfel als Bildmarke sehr gut funktioniert hat, funktioniert meiner Ansicht nach im Personal Branding nicht. Oder nur, wenn bereits eine sehr große Bekanntheit vorliegt. Auch dazu gerne ein Beispiel. Würden wir nun die Silhouette von Rainer Calmund nehmen und als Bildmarke des Logos setzen. Was glauben Sie, würden wir wissen, wer hinter der Marke steckt? Die meisten Menschen schon. Aber auch nur, weil Rainer Calmund sehr bekannt ist. Er ist unabdingbar mit seiner Erscheinung verknüpft. Und genau deshalb kann in so einem Fall ein Symbol alleine als Logo funktionieren. Bei unbekannten Persönlichkeiten wird das nur schwer möglich. Oder zumindest wird es mehr Arbeit kosten und damit auch mehr Geld. Auch die großen Maler, die alle einmal klein angefangen haben, haben es uns vorgemacht: Die meisten verwendeten ein Kürzel ihres Namens. Oder zumindest orientierte sich das Kürzel am Namen des Künstlers. 

Ein Logo kann aus einer Kombination aus Wort- und einer sogenannten Bildmarke bestehen. 

Im Personal Branding kann dies also der Name in Kombination mit einem Signet (Bildmarke) und ggf. noch ein Slogan oder einer Tagline sein. Und schon haben wir die Bereiche zusammen, aus denen ein Logo bestehen kann. Gehen wir jetzt also davon aus, dass wir im Personal Branding Logos entwickeln auf Basis des Namens. Dann wäre es doch die naheliegendste Lösung, die Unterschrift des Kunden zu nehmen, dann kommt gleich mehr Persönlichkeit rein. Ja und nein. Ein Logo sollte unbedingt gut erkennbar und lesbar sein. Denn auch der schönste Name bringt Ihnen nichts, wenn er nicht lesbar ist. Es gibt durchaus Logos, da funktioniert das mit der Handschrift sehr gut – die Regel ist es jedoch nicht. Zusätzlich haben wir es auch hier wieder mit dem Kontext der Marke zu tun. Wenn ein Berater seine Leidenschaft, Klarheit in Business und Privatleben zu schaffen, zu seiner Berufung gemacht hat und damit nun den Markt erobern möchte, ist es nicht empfehlenswert, mit einer unsauberen, krakeligen Handschrift im Logo zu arbeiten. Denn Klarheit überträgt diese nicht unbedingt. 

Sie merken, schon die Herangehensweise an die Entwicklung des Logos ist absolut individuell. Wer sich dazu entscheidet, mit den Initialen des Kunden zu arbeiten, hat auch hier nicht unbedingt leichtes Spiel, definitiv aber mehr kreativen Freiraum. Da wir nur eine begrenzte Anzahl an Buchstaben zur Verfügung haben, sind die Kombinationsmöglichkeiten auch hier begrenzt. Die gleichen Initialen können natürlich auch die einer anderen Person sein. Umso wichtiger ist es, den Initialen Persönlichkeit und Individualität zu schenken. Das wird zum Beispiel möglich, wenn Sie den Slogan oder Claim der Marke in das Logo einbinden oder aber den gewonnenen Platz kreativ nutzen. Initialen sollten meiner Empfehlung nach nicht der einzige Baustein eines Logos sein. Eine Kombination aus Logo, Claim und Bildmarke funktioniert am besten. 

Mehr als zwei Schriften sollte ein Logo nicht benötigen. Wird dies doch gemacht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es visuell zu kompliziert wird. Eine Kombination aus einer Haupt-Schriftart und einer komplementären Schriftart, die für beispielsweise die Initialen, den Claim oder die Tagline genutzt werden, ist wohl das bewährteste Konzept. Die Hauptschriftart eignet sich dann auch als sogenannte »Hausschrift«, die sich im restlichen Design wiederfindet.

Ein Logo darf natürlich farbenfroh sein. Je mehr Farben man nutzt, desto schwieriger wird es aber Farben auszuwählen, die zueinander passen. Und auch in Schwarz-Weiß sollte ein Logo noch funktionieren. Hinzu kommt, dass die Farben natürlich die Persönlichkeit der Person wiederspiegeln und die Zielgruppe ansprechen soll. Hierauf gehe ich im nächsten Teil »Farbe im Personal Branding« noch genauer ein.

Wie komplex darf es werden? 

Wie sagt man so schön: „Der Teufel liegt im Detail.“ In Bezug auf Personal Branding würde ich sagen, dass es nicht darum gut, dass ein Logo einfach oder komplex sein muss. Es ist vor allem wichtig, dass der erste Eindruck zur Marke passt – und auch, dass – wie eben bereits betont – der Kontext berücksichtigt wird. Ein Logo darf komplex sein, wenn es die Persönlichkeit ist. Ein Logo darf einfach sein, wenn dies eher der Persönlichkeit des Kunden entspringt. Ein Logo darf auch wandelbar sein, wenn es die Persönlichkeit ist. So zum Beispiel in Form und Farbe. Alles ist möglich. Solange ein Konzept dahinter steht und es auf die entwickelte Strategie einzahlt. Wichtig ist, dass man sich dabei nicht von Trends anstecken und mitreißen lässt. Trends gehen vorbei – Menschen bleiben im Kern die, die sie sind. Natürlich entwickeln sich Menschen auch weiter und das darf das Design der Marke gleichermaßen. Jedoch braucht es auch Nachhaltigkeit und Konstanz, um einen hohen Wiedererkennungswert zu schaffen. Wer möchte schon alle zwei Jahre ein neues Logo, bei dem er dann wieder viel Arbeit in Vermarktung und Vertrieb stecken darf, damit die Zielgruppe überhaupt weiß, wer das ist? 

Zusätzlich geht es heute nicht mehr nur darum, ein Logo zu entwickeln, was gedruckt in einem Katalog oder als Folienschnitt auf einem Auto funktioniert. Heute muss ein Logo in jedem Medium funktionieren. Und dabei gibt es einfach viel mehr zu beachten – denken wir nur mal an die mobile Version von Webseiten. 

Ein Logo sollte in jeglicher Art reproduzierbar, anpassbar und wirksam sein: 

  • Ein Logo muss einfarbig, in schwarzweiß und negativ funktionieren
  • Es sollte einfache und einprägsame Formen haben
  • Es ist wichtig, dass es zeitlos und schnell erfassbar ist
  • Und sollte nicht mehr als zwei Schriften beinhalten
  • Auch bei starker Verkleinerung muss das Logo noch erkennbar sein
  • Und ganz wichtig: die anvisierte Zielgruppe ansprechen und der Persönlichkeit der Personal Brand gerecht werden

Ein Logo ist kein Fließband-Produkt, auch wenn es genügend Angebote im Netz gibt, wo man für kleines Geld computergenerierte Logos erstellen lassen kann. Hier wird aus unterschiedlichsten, nichtssagenden Symbolen und Grafiken eine »individuelle Kreation« zusammengewürfelt. Logotemplate auswählen, Text und Farbe anpassen. Fertig. Mit Design, Individualität und Personal Branding hat das nichts zu tun. 

Fazit: Ein Logo kann nicht die vollständige Persönlichkeit der Personenmarke wiedergeben. Und das muss es auch gar nicht. Ein Logo ist ein Türöffner, in die Welt der Marke. Es muss natürlich zur Persönlichkeit der Personal Brand passen, aber auch zum Kontext, in dem sie wirksam sein möchte. Damit sich Zielgruppen dieses Kontextes angesprochen fühlen.

Auszug aus “Das große Personal Branding Handbuch

 

Das große Personal Branding Handbuch

Unser Standardwerk für dein Personal Branding

500 Seiten bewährtes Praxiswissen 

Der Mensch als Marke …

  • in der Positionierung
  • in Marketing und strategisch ausgerichteter Kommunikation
  • im strategischen Vertrieb
  • in der Textentwicklung
  • in Design und Visualisierung
  • auf Foto und in Video
  • in der Onlinewelt
  • mit Image und Wirkung
  • in der Rhetorik
  • mittels Körpersprache

Co-Autoren: Susanne Wagner, Uwe Klössing, Philippe Fiedler

 

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